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Es war eine Frage der Zeit, bis Zalando ein Kundenbindungsprogramm nach Prime-Vorbild auflegt. Warum das ein kluger Schachzug ist, mit dem das Unternehmen gegenüber Amazon Boden gutmachen könnte.

Was Amazon kann, können wir auch, mag man sich bei Zalando gedacht haben, als man das neue Kundenbindungsprogramm Zet konzipiert hat (noch nicht online). Das neue, an Amazon Prime erinnernde Programm bietet Kunden für einen jährlichen Preis von zunächst 19 Euro einige Privilegien und Vorteile, etwa einen früheren Zugang zu Verkaufsaktionen, kürzere Lieferzeiten (geplant ist in vielen Fällen die Lieferung am selben Tag) sowie persönliche Styling-Beratung. Das Programm soll zunächst in Berlin, Leipzig, Hannover und Frankfurt an den Start gehen, weitere Regionen sollen folgen.

Weil die Ähnlichkeiten mit Amazon Prime so auffällig sind, bemüht sich Zalando, gerade diesen „Me-too“-Verdacht nicht aufkommen zu lassen: „Zalando Zet ist die Weiterentwicklung unserer Strategie, keine Reaktion auf Amazon”, sagte Zet-Chefin Lisa Schöner gegenüber der Welt.

Zalando Zet: Kundenbindung als kluger Schachzug

Die Idee, ein Kundenbindungsprogramm aufzulegen, mag nicht neu sein, aber sie funktioniert immer noch gut, auch im Internet-Zeitalter. Abgesehen von Amazon Prime, das für Amazon offenbar so erfolgreich ist, dass man den Preis vor einigen Monaten erhöhen konnte, gibt es da noch den Media-Markt-Club. Dessen Mitglieder machen deutlich mehr Umsatz als der durchschnittliche Kunde, weil sie nicht nur häufiger und mehr dort umsetzen, sondern sich auch auf diese Weise ideal als Zielgruppe adressieren lassen, der man neue Produkte näher bringt.

Für Zalando dürfte das Zet-Programm, das unter anderen Bezeichnungen offenbar schon länger geplant war, ein Erfolg werden. Zum einen, weil es bei Kunden ein Premium-Denken schafft, das sich verkaufsfördernd auswirken kann, zum anderen, weil ein solches Programm es auch ermöglicht, neue Dienstleistungen und möglicherweise knappe Angebote erst einmal bei einer kleineren, besonders affinen Zielgruppe auszuprobieren. Ähnlich wie Amazon, die nach und nach das Angebot für Prime-Kunden um neue Features erweitert haben, dürfte auch Zalando Zet dieses Potenzial mitbringen.

Quartalszahlen von Zalando knapp unter den Erwartungen

Gleichzeitig gab Zalando seine aktuellen Quartalszahlen bekannt: Weniger stark als erwartet, hat Zalando seinen Umsatz gesteigert. So kletterte der Erlös zwischen April und Juni zwischen 1,09 und 1,11 Milliarden Euro und somit um 19 bis 21 Prozent. Analysten hatten für den Zeitraum 22 Prozent prognostiziert.

Dennoch kein Grund, Tränen zu vergießen. Für das Gesamtjahr strebt das Unternehmen weiterhin ein Plus zwischen 20 und 25 Prozent an. Das bisherige Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag zwischen 80 und 86 Millionen Euro, was einer Marge von 7,3 bis 7,8 Prozent entspricht.

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